Wie sind wir vom manuellen Mischen von Klebstoffen in IBC-Containern zur Lieferung von ganzen LKW-Ladungen mit Dextrin-Klebstoff gekommen? Welche Herausforderungen haben wir gemeistert und wie haben wir unsere ersten internationalen Aufträge gesichert? Im Jahr 2014 machten wir einen großen Schritt nach vorne – vom experimentellen Produzieren in einer Garage hin zu einem voll funktionsfähigen Unternehmen mit Expansion in neue Märkte.
Von der Garage zur halbprofessionellen Produktion
Am Anfang arbeiteten wir mit minimalen Ressourcen, was bedeutete, dass wir alles selbst bauen mussten. Jede Investition wurde sorgfältig überlegt, und unsere ersten Geräte stammten von Schrottplätzen und aus zweiter Hand.
Wie sah unsere erste „Produktionsstätte“ aus?
- Mischgeräte: Zunächst mischten wir in modifizierten IBC-Containern mit einem Handmixer. Mit der Zeit begannen wir, unsere eigenen Mischmaschinen zu schweißen – die erste bauten wir im Hof unseres Onkels Vařejka zusammen.
- Motoren: Unsere ersten Motoren waren zu schwach und brannten unter Belastung durch, sodass wir schrittweise auf leistungsstärkere Versionen umsteigen mussten.
- Logistik: Wir mieteten Räume in der Brauerei Svitavy, wo wir deren Waagen und Gabelstapler für die Handhabung der Rohstoffe nutzten.
„Es war alles Improvisation. Es gab kein Handbuch darüber, wie man von Grund auf Dextrin-Klebstoff produziert – wir mussten es einfach selbst herausfinden“, erinnert sich Petr Červinka.
Die ersten Aufträge und unerwarteter Erfolg
Unser Weg zum ersten größeren Auftrag begann mit technischen Komponenten. Auf einer Reise durch Polen, bei der wir industrielle Teile wie Wickeldorne, Klebewannen und pneumatische Bremsen anboten, fragte ein Kunde aus M** plötzlich:
„Stellen Sie auch Klebstoffe her?“
Wir antworteten instinktiv: „Ja, natürlich!“, obwohl wir gerade erst mit Klebstoffen experimentierten. M**** bestellte eine Testmenge von 100 kg, und als der Klebstoff gute Ergebnisse lieferte, lieferten wir im Mai 2013 10 Tonnen Dextrin-Klebstoff. Bereits im Juli versendeten wir ganze LKW-Ladungen.
Bis 2014 belieferten wir Kunden in Tschechien, Polen, Deutschland, Luxemburg und der Slowakei. In diesem Jahr stellten wir über 100 Rechnungen aus und erreichten unseren ersten Umsatz in Millionenhöhe.
Qualitätsherausforderungen und Experimente im Badezimmer
Das schnelle Wachstum brachte Herausforderungen mit sich. Das größte Problem? Klebstoffsedimentation – einige Chargen waren instabil, daher mussten wir mit Rezepturen experimentieren.
Einer unserer besten Durchbrüche geschah zufällig.
„Es war reiner Zufall. Einige übrig gebliebene Zutaten aus einer früheren Charge vermischten sich versehentlich, und plötzlich funktionierte der Klebstoff viel besser als erwartet. Später erkannten wir, dass es nicht nur Glück war – es war die perfekte Kombination bestimmter Komponenten“, erklärt Zdeněk Vařejka.
Um die Rezeptur zu perfektionieren, führten wir sogar einige unserer ersten Experimente im Badezimmer durch und mischten kleine Proben, um die ideale Zusammensetzung zu finden.
Die ersten Schritte auf dem internationalen Markt
Die internationale Expansion erforderte die Lösung mehrerer Herausforderungen:
- Klebstoffqualität und -stabilität: Wir mussten Rezepturen verfeinern, um konstante Leistung unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zu gewährleisten.
- Logistik: Wir organisierten den Transport über Frachtportale und persönliche Kontakte.
- Finanzierung: Wir starteten ohne Kapital. Die Anfangsfinanzierung kam aus dem Verkauf von technischen Komponenten, ergänzt durch unsere persönliche Investition.
Anfangs musste alles im Voraus bezahlt werden, da uns die Lieferanten keine Zahlungsziele gewährten. Mit der Zeit handelten wir bessere Bedingungen aus und erhielten unseren ersten Bankkredit.
2014: Den Weg neu definieren
In nur einem Jahr verwandelten wir uns von einem kleinen Betrieb in einen Anbieter, der mit etablierten Marken konkurrieren konnte. 2014 brachte uns mehrere wichtige Lektionen bei:
- Flexibilität und die Bereitschaft zu experimentieren sind entscheidend für den Erfolg.
- Kundenservice und Anpassungsfähigkeit führen zu langfristigen Partnerschaften.
- Umweltfreundliche Dextrin-Klebstoffe können mit den großen Marktakteuren mithalten.
Wie geht es weiter?
2015 standen wir vor einer neuen Herausforderung: Wie lässt sich die Produktion skalieren, um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten? Erfahre es im nächsten Kapitel unserer Serie „Evolution of TOPCORE“.
